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VIOLONS BARBARES | Mongolei | Frankreich | Bulgarien - Dresden

Beginn:
27.01.2019, 20:00 Uhr
Ende:
-

VIOLONS BARBARES | Mongolei | Frankreich | Bulgarien in Dresden

»Wolf`s Cry«
Archaisch und modern. Musik der Steppe und der Metropolen.
VIOLONS BARBARES | Mongolei | Frankreich | Bulgarien

ENKH JARGAL DANDARVAANCHIG Morin Khoor, Unter-und Oberton Gesang
DIMITAR GOUGOV Gadulka, Gesang
FABIEN GUYOT Percussion, Gesang

Mit ihrem aktuellen Album »Wolf’s Cry« schreiben die drei grenzüberschreitenden Musiker ihre beeindruckende Erfolgsgeschichte fort. Mit ihrer emotional überwältigenden Musik locken sie auf allen Kontinenten die Menschen in ihre Konzerte, die sich zumeist zu einer Art Konzerthappening entwickeln. Zahlreiche Weltmusikfestivals rund um den Globus haben die Band auf ihre Bühnen geholt, immer öfter rufen auch gut sortierte Indie-Rock-, Jazz- oder sogar Pop-Festivals aus aller Welt die Musiker zu sich. André Heller lud die Band exklusiv zur Eröffnung des neuen Weltmuseums nach Wien ein.

Der Klang von Streichinstrumenten kann - befreit vom Umfeld eines zähmenden Orchesters - an die urtümlichen Schichten menschlicher Existenz rühren. Nur drei Musiker braucht es, um hierfür den Beweis anzutreten, führen sie doch ehemals getrennte Traditionen zu einer quasi archaischen Moderne zusammen.

Zunächst einmal ist da die mongolische Pferdegeige Morin Khuur von Enkhjargal Dandarvaanchig: Der weltgewandte, vielseitige Musiker aus Ulan Bator wurde hierzulande besonders durch seine häufige Mitwirkung bei Rüdiger Oppermanns Klangwelten-Festivals bekannt, auf denen er von beseeltem Obertongesang bis zu seinem selbst kreierten mongolischem Rap eine grandiose Ausdrucksspannbreite auf die Bühnenbretter legte. Seine tief empfundene Kunst beim Spiel des mongolischen Nationalinstruments trifft hier auf Dimitar Gougovs bulgarische Spießgeige Gadulka. Gougov stammt aus der Schule von Phlip Koutev, jenem legendären Arrangeur für die weltbekannten bulgarischen Frauenstimmen, und er ist ein Meister auf diesem so schwer zu spielenden Streichinstrument mit dem klagenden, obertonreichen Sound.
Der stiebende Funkenflug und der vorwärts preschende Galopp der Bögen zwischen zentralasiatischer Steppe und Balkan wird durch das reiche, nordafrikanisch und orientalisch geprägte Schlagwerk-Arsenal in den Händen des Perkussionisten Fabien Guyot voran getrieben.

Eine überraschende Rolle spielt bei dieser Musik die menschliche Stimme: Enkhjargal wechselt von dröhnendem Kelhkopfgesang und Steppen-Hiphop zu glasig-feinen, wispernden Melodien und dem flötenden Obertongesang, Gougov kreiert dazu mit stolzem Tenor markerschütternde und majestätische Töne.

Die feurige und ungezügelte Musik dieses ungewöhnlichen Trios begeistert, da sie an die archaischen Schichten unseres Bewusstseins appelliert, zugleich aber eine fantasievolle Schöpfung der Neuzeit ist. Denn nur die Migrationsbewegungen des 21. Jahrhunderts haben diese drei Meister ihres Fachs durch Zufall in der deutsch-französischen Grenzregion zusammengeführt, wo sie nun ihr grandioses Knüpfwerk über Tausende von Kilometern hinweg weben können.
(Stefan Franzen im Monatsmagazin "Begegnung der Kulturen“ des Forum der Kulturen Stuttgart e.V.)

Presse

„Es ist schwer zu sagen, was die am meisten hervorzuhebende Qualität des Projektes ist: die brillante Beherrschung der Instrumente und des Gesangs durch die Interpreten oder die tiefen Momente der Freude, die dieses Repertoire in uns anklingen lässt, in einer ebenso glücklichen wie unglaublichen Verbindung.„
Trad Magazine

„Wild, ungestüm, feurig, ungezügelt, vor allem aber: verteufelt gut!“
Donaukurier

„Hier wird mit großer Geste angerichtet, theatralisch und effektvoll: langgezogene, voller Pathos gesungene Melodien, begleitet von einer mit rockiger Energie gespielten Morin Khoor, der mongolischen Pferdekopfgeige und der bulgarischen Gadulka, ebenfalls ein Streichinstrument. So manche Uptempo-Passage des Trios steht den wilden Metallica-Interpretationen des finnischen Cello-Quartetts Apocalyptica in Nichts nach. Nur dass Violons Barbares nicht in düstere Metal-Clubs entführen, sondern in die Weite der mongolischen Steppe. Man spürt förmlich die Pferde vorbei galoppieren, auf denen die geschmeidigen Reiter ihre halsbrecherischen Kunststücke vollführen.
Die meisten Lieder des Trios – der französische Perkussionist Fabien Guyot legt für den Mongolen Dandarvaanchig Enkhjargal und den Bulgaren Dimitar Gougov die rhythmische Grundlage – sind überliefert, drei Kompositionen stammen von Enkhjargal, dessen raue Unterton-Stimme und eindrücklicher Obertongesang so prägend ist wie die eingesetzten Instrumente. Trotz der Interpretation überlieferter Lieder ist die Musik der Violons Barbares Kunstmusik. Abgesehen davon, dass die Kombination von Morin Khoor und Gadulka völlig neu ist, klingen die Streichinstrumente feiner als man das von Volksmusikproduktionen gewöhnt ist.
Das abwechslungsreiche Spiel von Fabien Guyot, der Klassik-Erfahrung und eine starke Affinität zur maghrebinischen Musik hat, pflegt den jazzigen Ansatz und trommelt wohl auf allem, was ihm unterkommt – bis hin zu Salatschüsseln und verzinkten Wärmeflaschen.“
Exit Music

Referenzen:
Frankreich: Festival Les Vieilles Charrues, Les Suds à Arles, Festival d’Ars
Deutschland: u.a. Stimmen (Lörrach), TFF Rudolstadt, Burg Herzberg, Bardentreffen, Mediaval Festival Selb,
Kanada: Festival de la Musique Arabe de Montréal
Belgien: Sfinks Festival, Zuiderpershuis, Tournée Mondial, Botanique (Bruxelles)
Norwegen: Førde Festivalen
Finnland: Kaustinen Folk Festival, Jyväskylä Festival
Estland: Viljandi Folk Festival
Niederlande: Tropentheater, Amsterdam Roots Festival
Schweiz: Stanser Musiktage, Pod'Ring Fatival
Ungarn: Budapest Folk Fest
Italien: Musica sulle Bocche (Sardinia), Suoni Mobili (Milano), Musicastrada (Pisa)
Malaysia : Rain Forest Festival

Die Musiker:

Enkhjargal Dandarvaanchig
Morin Khoor, Unter-und Oberton Gesang
Geboren im mongolischen Ulaanbaator, durchquerte er in der Kindheit mit seiner Familie und ihren Pferdeherden die Taiga nahe Altabulag, bevor sein musikalisches Talent von dem berühmten Flötisten Tserendorj entdeckt wurde. Enkhjargal studierte Musik am Konservatorium von Ulaanbaator als Meisterschüler des Professors für Morin Khoar G. Janjan. Seit 1989 lebt er in Europa, Er war und ist an
zahlreichen Konzerten mit namhaften Weltmusikern beteiligt und reist als gefeierter Solist um die ganze Welt. Seine Stimme reicht über sagenhafte fünf Oktaven, vom abgrundtiefen Schamanengesang (Kharhira) bis zum Obertongesang (Xöömi) ohne jede Attitüde und esoterisches Beiwerk, einfach als Wunder der Natur.

Dimitar Gougov
Gadulka, Gesang
Bereits in seiner Kindheit tauchte der gebürtige Bulgare Dimitar Gougov in die traditionelle Musik seiner Heimat ein. Er wurde Schüler des Gadulka-Virtuosen Atanas Vulchev und Orchestermitglied des Folklore-Ensembles von Filip Kutev.
Im Jahr 2000 zog er nach Frankreich und ließ sich in Straßburg nieder, wo er die Gruppen „Boya“ und „Violons Barbares“ gründete. Neben seiner Tätigkeit als Musiker komponiert und arrangiert er Stücke für Frauenchöre und leitet Workshops und Aufführungen für Balkanmusik.

Fabien Guyot
Percussion, Gesang

Ausgebildet in zeitgenössischer Perkussion in Nizza und Straßburg studierte Fabien die traditionelle iranische Musik und die des Maghreb. Als Mitglied des Musikkollek-tivs „L’Assoce Pikante“ in Straßburg war er beteiligt an der Gründung der Gruppen „L’Hijaz Car“, „Shezar“ und des „Grand Ensemble de la Mediterranee“. Er spielt auch an der Seite bei „Houria Aichi“ und in der Perkussionsgruppe „Furieuz Casrols“, die mit Recyclingobjekten experimentiert.

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